Ist das moralisch vertretbar?

Emanuel Treu - Songwriting Blog | Ist das moralisch vertretbar?

Es ist merkwürdig, dass ich in der vergangenen Woche gespürt habe, dass ich über dieses Thema schreiben möchte. Es ist deshalb merkwürdig, weil dieser Blog vorrangig gedacht ist, um Songwriter und Musiker zu motivieren und nicht um sie zu moralisieren.

Vor kurzem hat mich aber ein Freund darauf angesprochen, dass er damit konfrontiert wurde, dass es absolut verwerflich sei, als Songwriter gewisse Textsorten zu schreiben. Hmm… da stellt sich natürlich die Frage, wer sich eigentlich herausnehmen kann, so etwas festzustellen. Mann, schließlich soll jeder das tun, was er selbst für richtig hält, oder? Naja… JEIN.

Denn so einfach ist das alles eben nicht für Songwriter. Vor allem deshalb nicht, weil meine musikalischen Artgenossen und ich eigentlich laufend mit diesem Thema konfrontiert sind: Was ist moralisch eigentlich vertretbar?

  • Würdest du alle deine Werte über Bord werfen, nur um ein bisschen Kohle zu verdienen?
  • Würdest du für einen Karrieresprung mit unangenehmen Menschen zusammenarbeiten?
  • Würdest du Musik machen, die nur für sehr einfache Zuhörer wertvoll wäre?
  • Vielleicht Ballermannsongs für hirntote, sexistische Bier-Gröler und ihresgleichen?
Emanuel Treu - Songwriting Blog | Ist das moralisch vertretbar?

…und der Herr sieht ja noch recht harmlos aus…

Uff… was für Fragen! So einfach sind die tatsächlich gar nicht zu beantworten. Zum einen, weil sie einen inneren Konflikt zwischen unerwünschtem Input (Textinhalte) und erwünschtem Output (Geld) darstellen und zum anderen, weil wir die Antwort schlichtweg nicht kennen. Zum Beispiel, weil es gewisse Dinge gibt, die wir noch nicht mal selbst erlebt haben (Wem ist denn schon tatsächlich ein geldbringender Ballermann-Hit gelungen? Jedem zweiten passiert das nun mal nicht.). Gerade deshalb fällt es oft schwer moralische Fragen zu beantworten. Einfach weil oft kein Expertenfeld vorhanden ist.

Ich für meinen Teil war z.B. noch nie am Ballermann. Natürlich kenne ich die Medienberichte darüber, wie es dort im Bierkönig und auf der Schinkenstraße zugeht, aber ich selbst konnte mir noch nie ein Bild darüber machen. Und selbst wenn ich das bereits getan hätte, wäre es wohl schwer gewesen aufgrund dessen zu entscheiden, was ich davon tatsächlich halten hätte sollen.

Mir fällt dazu der Film „The Purge“ ein. In diesem Thriller wird das Zukunftsszenario dargestellt, indem es einen Tag im Jahr gibt, an dem alle Verbrechen (Diebstahl, Raub, Mord, etc.) per Gesetz erlaubt sind. An diesem Tag ziehen die Menschen massenweise los mit dem Vorsatz eines, oder mehrere Verbrechen zu begehen. Sie werden, an diesem speziellen Tag im Jahr, vom Gesetz dafür allerdings nicht bestraft.

Das prekäre an diesem Film ist die moralische Pattstellung, die sich aus dem Szenario ergibt: Obwohl in dieser einen Nacht natürlich absolutes Grauen herrscht, ist die insgesamte Kriminalitätsrate so niedrig wie nie zuvor in Amerika. Jedes Jahr werden, seit der Einführung dieses fiktiven Gesetzes, also insgesamt deutlich weniger Morde, weniger Vergewaltigungen und weniger anderwärtige Verbrechen begangen. Schlichtweg, weil in der Nacht des Verbrechens, per Gesetz, alle Moralvorstellungen fallen gelassen werden dürfen und alle Gewaltverbrecher ihre aufgestauten Aggressionen abbauen können.

Wir brauchen uns natürlich nicht die Frage zu stellen, ob diese Maßnahme (die kurzfristige Legalisierung von Verbrechen um insgesamten Schaden zu minimieren), eine gute oder schlechte Maßnahme wäre, oder? Die Antwort ist uns allen wohl klar. Oder etwa doch nicht?

Wer kann schon sagen, was richtig oder falsch ist?

Emanuel Treu - Songwriting Blog | Ist das moralisch vertretbar?Ich kann es jedenfalls nicht. Was ich aber sagen kann ist: Ich habe bereits Songs für den Ballermann geschrieben – und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange an Dingen, die ich bereits getan habe. Ich habe Texte über die Liebe und über den Hass geschrieben. Über das Gute und das Schlechte in der Welt. Ich habe Lieder geschrieben, die monoton waren bis zum geht nicht mehr und solche, die ich aufgrund ihrer Komplexität kaum selber singen konnte. Songs die Beleidigungen enthielten und solche, die mit Komplimenten um sich warfen. Songs die jazzig waren, bluesig waren, rockig, poppig oder schlagerhaft.

Richtiger war, aus meiner Sicht, kein Song als das andere.
Besser war, aus meiner Sicht, auch kein Song als das andere.
Und moralisch vertretbarer war, aus meiner Sicht, sowieso kein Song mehr, als das andere.

Wie können Moralvorstellungen überhaupt richtig oder falsch sein, obwohl sie lediglich das Produkt unserer eigenen, selbsternannten Werte sind? Und wer sind wir schon, das wir glauben zu wissen, was richtig ist?

So. Und was nun?

Keinen Ahnung.

Ich schreib mal ‘nen Song.

Keep on songwriting,
Emi

Die Edlseer
Am 8. Tag schuf er die Mädchen
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Beatrice Egli
Kick im Augenblick
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Anna-Maria Zimmermann
Jeder Atemzug für dich
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Marlena Martinelli
Lichterloh
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Nordwand
Ein Hoch dem Schlager
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Die Bergprinzen
Das Handy zum Himmel
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Frenkie Schinkels & Marlena Martinelli
Legendär
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Marlena Martinelli
Romeo
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Die Edlseer
Tanz ma mitanond
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Marc Pircher
Prinzessin wird man nicht
Die Edlseer
Heldenherz
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Julian David
Spektakulär
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Thomas Anders
Feuerwerk
Melissa Naschenweng
Der Fensterlkönig
Zillertaler Haderlumpen
25 weiße Haare
Die Lauser
Man lebt nur amol
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Thomas Anders
Feuerwerk
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Orry Jackson
Nur zu zweit sind wir eins
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Schlagerstars
Auf Einmal
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Vanessa Mai
Niemals
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Michelle Meine Welt
Niemals
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Beatrice Egli Touché
Niemals
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Kastelruther Spatzen
Die späten Tränen der Veronika
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